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18.09.2019

Die Münzen des Fürstentums Lichtenberg - Ausstellung auf Burg Lichtenberg eröffnet

vlnr: Jan Fickert, Andreas Rauch, Günter Lüers, Dieter Zenglein, Ingeborg Lüers

Burg Lichtenberg gehörte von 1816 bis 1834 zum Fürstentum Lichtenberg. Die Burg wurde zum Namensgeber eines neuen politischen Gebildes, das nach dem Wiener Kongress als Exklave dem fernen Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld zugeschlagen wurde. Die eigens geprägten Münzen dieser Epoche - zum Teil mit echtem Seltenheitswert - werden jetzt in einer kleinen Ausstellung in der Zehntscheune auf Burg Lichtenberg präsentiert.

Die Ausstellung wurde in der vergangenen Woche von Kreismitarbeiter Jan Fickert, Kreisheimatpfleger Dieter Zenglein und Münzsammler Günter Lüers aus Lauterecken, der die Münzen dem Museum freundlicherweise als Leihgabe zur Verfügung stellt, eröffnet.

Im September 1816 nahm Herzog Ernst I. das zugesprochene Gebiet mit knapp 100 Gemeinden, ca. 25.000 Seelen und einer Fläche von 537 km2 in Besitz. Sitz der fürstlichen Regierung und des hochfürstlichen Gerichtshofes war ab 1819 die Stadt St. Wendel. In der Wendelinusstadt residierte auch die ab 1826 von ihm geschiedene Gemahlin, die Herzogin Luise von Sachsen-Coburg-Gotha, die nach ihrem Tod zunächst in der Kirche in Pfeffelbach begraben wurde. 1826 war das Herzogtum Sachsen-Coburg in Personalunion mit dem Herzogtum Sachsen-Gotha vereint worden. Im Jahr 1840 heiratete Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha seine Cousine, die britische Königin Victoria. Ernst I. und Luise sind somit direkte Stammeltern des britischen Königshauses Windsor. Nachdem es nach dem Hambacher Fest auch in St. Wendel zu Ausschreitungen gekommen war, beschloss 1834 Ernst I., das für ihn weit entfernte Fürstentum für 2,1 Millionen Taler an Preußen zu verkaufen. Das war das Ende der kurzen Coburger Ära.

Neben verschiedenen Kreuzer-Scheidemünzen aus Billon und Silber sind in der Ausstellung unter anderem der aus Silber geprägte Kronentaler von 1827 und der Konventionstaler von 1829 zu sehen. Erst 1835 wurde das Lichtenberger Geld definitiv außer Kurs gesetzt und durch das preußische Münzsystem ersetzt. Die originalen Lichtenberger Münzen, Relikte unserer Regionalgeschichte, sind noch bis März 2020 im Museum in der Zehntscheune zu bewundern.

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