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Waldmohr - Kalte Nahwärme für das Neubaugebiet

 

Kalte Nahwärme hört sich widersprüchlich an, stellt aber eine moderne und klimafreundliche Möglichkeit der Wärmeversorgung im Quartier dar. Die Stadt Waldmohr realisiert derzeit zusammen mit den Stadtwerken Homburg ein Kaltes Nahwärmenetz im Neubaugebiet „Lauersdell“. Am 10.05. wurde der Kooperationsvertrag unterschrieben.

Wärmeversorgung im Quartier

Bei der kalten Nahwärme handelt es sich um eine quartiersübergreifende Wärmeversorgung, bei der die Abnehmer*innen keine eigene Heizanlage installieren müssen, sondern über ein gemeinsames Nahwärmenetz ihre Wärme – und im Fall der kalten Nahwärme auch Kälte - erhalten. Im Neubaugebiet „Lauersdell“ wird über sechzig 100m-tiefe Bohrungen in den Grünstreifen des Neubaugebiets eine 5-12°C warme Sole über ein Verteilnetz an die 100 geplanten Gebäude geleitet. Diese Sole wird dann über geräuscharme Wärmepumpen auf die Temperatur angehoben, die im Haus gewünscht wird. Über die gleichbleibend niedrige Temperatur der Sole ist es außerdem möglich, im Sommer die Häuser abzukühlen, was eine klimafreundliche und kostengünstige Alternative zu Klimaanlagen darstellt.

Teil eines Gesamtkonzepts

Die kalte Nahwärme unterstützt den Klimaschutz, da dadurch im gesamten Neubaugebiet keine klimaschädlichen Gasheizungen verbaut werden. Wenn die Wärmepumpen außerdem über Photovoltaik-Dach-Anlagen betrieben werden, kann nahezu der gesamte Strom- und Wärmebedarf über erneuerbaren Energien gedeckt werden. Eine dementsprechende Dachausrichtung der Häuser ist im Bebauungsplan vorgeschrieben. Stadtbürgermeister Prof. Dr. Jürgen Schneider betont weiterhin, dass auch die restliche Gestaltung des Neubaugebiets im Einklang mit der Natur steht: Steingärten sind nicht erlaubt, durch ein Einbahnstraßen-System wird die Versiegelung reduziert, großzügige Grünflächen ermöglichen Ausgleichsmaßnahmen innerhalb des Gebietes und Oberflächenwasser wird komplett dem natürlichen Kreislauf zugeführt.

Lösungen für andere Quartiere

Kalte Nahwärme ist insbesondere in Neubaugebieten sinnvoll, da die neu errichteten Häuser mit Fußbodenheizung nur niedrige Vorlauftemperaturen aufweisen und die Wärmepumpen somit wenig Strom benötigen, um die Sole auf die richtige Temperatur zu heben. Für den nicht energetisch sanierten Altbestand hingegen bieten sich konventionelle Nahwärmenetze an. Das hier höhere Temperaturniveau können verschiedenste Wärmequellen wie Biomasse, Solarthermie oder Abwärme liefern.

Im Juni veranstaltet das Klimaschutzmanagement des Landkreises gemeinsam mit der Energieagentur Informationsveranstaltungen für Ortsgemeinden zum Thema Nahwärme und Quartierskonzepte. Mehr Informationen finden Sie hier. Zur Anmeldung oder bei Fragen erreichen Sie die Klimaschutzmanagerin telefonisch unter 06381 424331 oder per Mail an vera.schumann@kv-kus.de.

 

Bild: Oben ein Ausschnitt aus dem aktuellen Plan für das Neubaugebiet. In rot die geplanten Orte für die Bohrungen.

 

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