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Streuobstwiesen - Mensch und Natur vereint

 

„Bei Streuobstwiesen geht es nicht nur um Naturschutz. Es geht um eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer ländlichen Region, es geht um den Einklang von Kultur und Natur und es geht darum, die Ressourcen zu nutzen, die wir hier vor Ort haben – und das ist natürlich auch gut für den Klimaschutz“. So fasst Winfried Sander, ehemaliger Vorsitzender des BUND, und stolzer Besitzer von knapp 200 Obstbäumen im Kreis Kusel die Vorteile von Streuobstwiesen zusammen.

Die Mischung macht's

Auf mehreren Flächen verstreut stehen Sanders Obstbäume. Dabei setzt er auf eine Mischung verschiedener Sorten: Apfelbäume in vielen Varianten, Kirsche, Birne, Mirabelle, Zwetschge, zwischendrin hier und da ein Nussbaum. Die Mischung trägt zur Artenvielfalt bei und auch abgestorbene Bäume dürfen stehen bleiben: „Hier können Vögel nisten, Insekten finden hier ein Zuhause und wenn der Baum irgendwann in sich zusammenbricht, pflanze ich einen neuen.“ Aus den knapp drei Tonnen Obst, die im letzten Jahr alleine in seinem Garten angefallen sind, macht er Apfelwein, Apfelsaft, legt ein und hat so das ganze Jahr über seine Versorgung gesichert.  

Der BUND im Einsatz

Neben seinen eigenen Flächen betreut Sander gemeinsam mit dem BUND eine Fläche in Glan-Münchweiler, die vor einigen Jahren durch eine Großspende finanziert wurde. Seitdem kümmern sich die Mitglieder um den Erhalt der Fläche, das heißt, den Schnitt der Bäume, das Mähen der Wiesen und die Ernte im Herbst. Das angefallene Obst wird dann von der Firma Lösch versaftet und anschließend von der Fördergemeinschaft Streuobst e.V. vermarktet, zum Beispiel als „Prickelbeer“, einem regionalen Birnensekt.

Der Wandel ist spürbar

Allerdings blickt Sander sorgenvoll in die Zukunft: Es gibt immer weniger Flächen, die ordentlich bewirtschaftet werden, außerdem fallen viele Wiesen Neubaugebieten zum Opfer. „Streuobstwiesen liegen traditionellerweise an den Ortsgrenzen der Gemeinden. Durch Neubaugebiete werden diese dann oft zerstört und die Ausgleichsflächen, die geschaffen werden, nicht ordentlich gepflegt.“ Auch der Artenschwund und der Klimawandel machen sich bemerkbar: Vögel, Regenwürmer und Schnecken gehen zurück, im letzten Jahr hatten einige Äpfel Sonnenbrand und waren nicht mehr genießbar.

Mensch und Natur vereint

Daher kämpft Sander dafür, den Mehrwert der Streuobstwiesen deutlich zu machen: sei es als Nährboden für Insekten aller Art, als Lebensraum für eine Vielzahl an Vögeln oder als regionale Lebensmittelproduzentin, wodurch unnötige Transportwege gespart und das Klima geschützt werden kann. Denn eins ist für Sander klar: Streuobstwiesen vereinen Mensch und Natur auf eine einzigartige Art und Weise.

 

Bild 1: Im Mai stehen die Apfelbäume in Sanders Garten in voller Blüte.

Bild 2: Die Streuobstwiese bei Glan-Münchweiler wird vom BUND gehegt und gepflegt.

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