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Sanierter Altbau statt Flächenversiegelung

 

In seinem Haus in Langenbach zeigt mir Achim Seyler,  wie für ihn gelebter Klimaschutz aussieht. Anstatt neu zu bauen hat er vor 24 Jahren eine alte Scheune zu seinem Wohnhaus umgebaut und dabei vieles selbst gemacht. Die Optik überzeugt: Entstanden ist eine Mischung aus altem Mauerwerk und hellem Holz, das den großzügigen und sonnigen Wohnbereich auskleidet. Bei seinem Umbau hat Achim Seyler darauf geachtet, naturverträgliche Produkte zu verwenden. Er findet es unverständlich, dass nicht mehr auf die Umweltverträglichkeit von Baustoffen geachtet wird.

Umweltfreundliche Wärmeversorgung dank Erdsonde

Neben diesen Überlegungen bei der Umgestaltung war für ihn und seine Familie von Anfang an eine umweltfreundliche Wärmeversorgung wichtig. Daher hat er sich bereits 1998 für eine Wärmepumpe entschieden – gegen den damaligen Rat diverser Heizungsbauer. „Die haben mir damals eine Ölheizung empfohlen, weil die viel billiger sei. Aber für mich war klar, dass meine Heizung auf jeden Fall umweltverträglich und zukunftsfähig sein soll.“, so Seyler.

Zwei Erdsonden dringen hinter dem Haus 80 Meter tief in die Erde ein und bringen die meiste Zeit im Jahr 9-10°C warmes Wasser ins Haus. Lediglich in langen, sehr kalten Phasen geht die Sondentemperatur auf 3-4°C zurück. Dem Sondenkreislauf wird durch einen Wärmetauscher Wärme entzogen, die mithilfe einer Wärmepumpe auf Heizungstemperatur komprimiert wird – dadurch entsteht in der Wohnung wohlige Wärme. Indem in der alten Scheune eine Heizung neu eingebaut wurde, war es möglich, diese überwiegend als Fußbodenheizung auszulegen. In Kombination mit einer solchen Niedertemperaturheizung arbeiten Wärmepumpen besonders effizient.

Strom aus der Sonne

Der Stromverbrauch wird über eine 2011 installierte Photovoltaik-Anlage bilanziell über das Jahr gedeckt und kann je nach Jahreszeit und Witterung auch die Stromversorgung der Wärmepumpe decken. Um noch einen Teil des von der Sonne erzeugten Stroms in den Nachtstunden nutzen zu können, denkt Familie Seyler über die Anschaffung eines kleinen Energie-Speichers nach. Ideal wäre auch die Kombination mit einem Elektroauto, um Überschussstrom der Phototvoltaik-Anlage zu speichern, wenn das Auto einfach nur rumsteht – das Auto quasi als Puffer im Hausnetz.

Suffizienz statt immer alles neu

Was Achim Seyler wichtig ist: das Thema Suffizienz. Das heißt, nicht immer nur neue, effizientere Dinge anschaffen, sondern auch das Vorhandene nutzen und effizienter machen. So hat er bei seiner Mutter im Gebäude nebenan die Heizung optimiert und kleinere Änderungen vorgenommen, die den Energieverbrauch und natürlich auch die damit verbundenen Kosten über die Jahre deutlich gesenkt haben. Für ihn ist das mindestens genauso wichtig wie die Umstellung auf Erneuerbare Energien.

 

Bild 1: Die alte Scheune lässt sich insbesondere am Scheunentor erahnen. Innen ist alles saniert und modern ausgestattet.

Bild 2: Auf der Rückseite des Hauses gewinnt die Photovoltaik-Anlage auch im Winter Strom aus der Sonne.

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