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Bericht des Weltklimarats

Um katastrophalen Klimawandel zu verhindern, muss jetzt gehandelt werden

 

Die nächsten Jahre werden die entscheidenden im Kampf gegen den Klimawandel. Zu diesem Ergebnis kommt der 1. Teil des 6. Sachstandsberichts des Weltklimarats, der am 09.08. veröffentlicht wurde. Denn laut aktueller Prognosen werden die kritischen 1,5°C globale Erderwärmung bei der aktuellen Entwicklung bereits zehn Jahre früher erreicht als bisher prognostiziert, nämlich bereits im Jahr 2030. Mit Erreichen der 1,5°C werden Extremwetterereignisse wie Hochwasserkatastrophen und Hitzewellen nicht nur häufiger, sondern auch intensiver, warnt der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). 

Bisher liegt die globale Erderwärmung bei 1,1°C, über Land sogar bei 1,6°C. Mit unserer derzeitigen Entwicklung steuern wir auf eine Erwärmung von 3 bis 4°C zu, die das Leben in allen Regionen der Welt stark beeinträchtigen würde. Eine solche Entwicklung macht auch das Erreichen von sogenannten Kippelementen wahrscheinlicher, die den Klimawandel nochmal deutlich beschleunigen und damit katastrophale Auswirkungen mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Abschmelzen des westantarktischen Eisschilds. Durch die Erwärmung schmilzt das Eis und verliert dadurch seinen kühlenden Effekt, was wiederum zu erhöhten Temperaturen in der Westantarktis und zu einer stärkeren Eisschmelze führt. Der dadurch immer wahrscheinlicher werdende vollständige Kollaps dieses Eisschilds würde bis 2300 zu einem Meeresspiegelanstieg von 15 Metern führen und damit viele Küstenregionen im Meer verschwinden lassen.

Neben diesen Erkenntnissen konnte nun auch eindeutig bewiesen werden, dass es keinen Zweifel daran gibt, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Das bedeutet aber auch, dass es an uns liegt, jetzt Schritte einzuleiten, um die Erderwärmung zu reduzieren. Die Autor:innen des Berichts fordern daher ein Umdenken der Politik und rasche und umfangreiche Reduktionen der Treibhausgasemissionen. Der Klimawandel und die damit verbunden Natur-, Biodiversitäts- und Umweltverschmutzungsrisiken müssten endlich als unmittelbare Bedrohung behandelt werden. Noch ist es möglich, die kritische Grenze von 1,5°C einzuhalten, aber die Zeit läuft ab.

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