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12.03.2022

Hilfe für die Ukraine – Einrichtung einer TASK-Force bei der Kreisverwaltung Kusel

Unterstützung für Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten
Als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine befinden sich inzwischen rund zwei Millionen Menschen auf der Flucht vor dem Krieg. Auch im Land­kreis Kusel sind fast 200 Hilfesuchende aufgenommen – fast ausschließlich Frauen und Kinder.

Unser wichtigstes Ziel ist es, die Menschen bei uns willkommen zu heißen, sie bei ihrer Ankunft zu unterstützen und ihnen eine Unterkunft und Beistand anbieten zu können.

Bisher sind etwa 100 Flüchtlinge in der Kuseler AfA. Diese werden allerdings unabhängig vom Landkreis über die Erstaufnahmeeinrichtungen in Trier oder Speyer registriert und in der Folge bundesweit weiter auf die Kommunen verteilt.

Deutlich mehr sind hier im Landkreis Kusel direkt aus der Ukraine ge­kommen und konnten über private Kontakte einen ersten Zufluchtsort bei Familien oder direkt in Wohnungen des Landkreises finden.

Am Donnerstagnachmittag waren so in der Verbandsgemeinde Oberes Glantal schon über 100 Personen registriert. In der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan waren 23 zur Registrierung angemeldet und in der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein 2.

Nach § 24 Aufenthaltsgesetz erhalten die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zunächst vorübergehend einen sicheren Aufenthaltstitel und Leistungen im Sinne des Asylbewerberleistungsgesetzes. Weiterhin erhalten sie eine Arbeitsberechtigung.

Landrat Otto Rubly hat am Montag eine Task-Force aus den betroffenen Ab­teilungen gegründet, die erstmals am Mittwoch tagte. Dabei wurde die Vor­gehensweise der Kreisverwaltung abgestimmt, um den Menschen, die bei uns ankommen, möglichst passgenau Hilfe und Unterstützung anbieten zu können.

Angekommen im Landkreis Kusel – was ist zu tun?
Zunächst müssen sich alle Ankommenden – je nach Wohnort – beim Ein­wohnermeldeamt der zuständigen Verbandsgemeindeverwaltung anmelden.

Für den Landkreis Kusel sind dies die

  • Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan, Marktplatz 1, 66869 Kusel
  • Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, Schulstraße 6a, 67742 Lauterecken
  • Verbandsgemeinde Oberes Glantal, Rathausstraße 8, 66901 Schönenberg-Kübelberg
     

Für die Anmeldung werden Ausweisdokumente und eine Meldeadresse benötigt.

In einem zweiten Schritt erfolgt die Registrierung bei der Ausländerbehörde der Kreisverwaltung Kusel (Trierer Straße 49-51, 66869 Kusel). Nach der Anmeldung bei der Verbandsgemeindeverwaltung erhalten die Geflüchteten durch die Vermittlung ihrer Wohnungsgeber bzw. der angegebenen Kontakt­person einen Termin bei der Ausländerbehörde – hier bekommen sie ihre Aufenthaltsberechtigung und ihre Arbeitsgenehmigung.

Unter dem Dach der Kreisverwaltung befindet sich das Sozialamt, das für die Leistungen der Existenzsicherung, wie der Vergabe des Wohnraums, der Sicherstellung der ärztlichen Grundversorgung und der finanziellen Hilfen zuständig ist. Der Landkreis mietet zurzeit Wohnraum an, um den Geflüchteten möglichst schnell eine dauerhafte Unterbringungsmöglichkeit zur Verfügung stellen zu können.

Über die ersten – sehr wichtigen – existentiellen kurzfristigen Hilfen hinaus, werden momentan die weiteren Schritte geplant, um den Menschen hier vor Ort eine längerfristige Perspektive bieten zu können. Dazu gehören u.a. etwa Angebote wie Sprach- und Integrationskurse, die Bereitstellung eines Impfangebot oder Betreuungs- und Schulbesuchsmöglichkeiten von Kindern. Dies ist besonders notwendig, da rund zwei Drittel der Geflüchteten Kinder und Jugendliche von 0 bis 18 Jahre sind, also Kinder­garten-Kinder und Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter.

Verbandsgemeinde und Landkreis arbeiten Hand in Hand
„Gemeinsam mit den Verbandsgemeinden und den Trägern werden wir uns in den nächsten Tagen damit befassen, wie wir konkret die Sprach­förderung, Integration sowie Kinderbetreuung und Beschulung von Kindern sicherstellen können“, so Landrat Otto Rubly, “wir sind momentan dabei, uns möglichst gut auf die zu erwartende Flüchtlingswelle vorzubereiten und für die kommende Zeit die Weichen zu stellen. Mein Dank gilt allen, die sich – egal in welcher Art und Weise – für die Menschen, die auf der Flucht von dem Krieg alles zurückgelassen haben, engagieren. Jetzt gilt es, diese Hilfs­bereitschaft und Energie zu koordinieren und damit möglichst effektiv und zielgerichtet helfen zu können. Als Ansprechpartner steht Ihnen bei der Kreisverwaltung Herr Peter Rummler zur Verfügung. Gerne können Sie ihn unter der E-Mail-Adresse ukrainehilfe@kv-kus.de kontaktieren“.

Sie wollen helfen?
Momentan ist die Hilfsbereitschaft der Menschen außerordentlich groß – es gibt es sehr viele private Initiativen und Hilfsaktionen, sei es in Form von Sachspenden oder als finanzielle Unterstützung.

Landkreis und Verbandsgemeinden haben ein gemeinsames Spendenkonto eingerichtet: „SPENDENKONTO UKRAINE“, Kreissparkasse Kusel,
IBAN: DE98 5405 15500000 9825 38

Wir haben eine Übersicht von Spenden- und Hilfsaktionen erstellt, die der Kreisverwaltung bekannt sind, und werden diese Übersicht auch immer wieder aktualisieren, wenn uns weitere Aktionen mitgeteilt werden.

Auch unser Partnerlandkreis in Polen leistet zurzeit humanitäre Hilfe. Seit Kriegsbeginn hat er sehr viele Frauen und Kinder seines ukrainischen Partnerlandkreises aufgenommen – hier sind wir im ständigen Austausch und wollen Unterstützung und Hilfe leisten.  

Die wichtigsten Infor­mationen haben wir hier zusammengestellt. Sollten Sie Fragen haben, beispielsweise zu den Themen Visum oder Asyl, steht Ihnen die Ausländerbehörde der Kreis­verwaltung Kusel gerne per E-Mail unter abh@kv-kus.de   zur Verfügung

Wer im Landkreis Kusel noch Wohnraum zur Verfügung stellen möchte,  wer als Dolmetscher oder Übersetzer zur Verfügung stehen kann, wer eine Spenden- oder Hilfsaktion plant, oder wer sich in der Flüchtlingshilfe engagieren möchte, kann sich gerne bei der Kreisverwaltung Kusel unter der E-Mail-Adresse ukrainehilfe@kv-kus.de melden.

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