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12.11.2020

Neues aus der Alten Welt: Leitbild zur Alte-Welt-Initiative vorgestellt

Unter dem Motto „Alte Welt im Aufbruch“ starteten im Sommer 2018 Landrätin Bettina Dickes und die Landräte Ralf Leßmeister, Otto Rubly und Rainer Guth gemeinsam mit Dekan Matthias Schwarz von der evangelischen Kirche die Alte Welt-Initiative. Die Impulse hierzu kamen von verschiedenen Seiten – eine wichtige Rolle spielten die konzeptionellen Vorarbeiten von Rudi Zapp sowie die Bemühungen der evangelischen Kirche um ein zentrales Projekt mit Jugendlichen in der Alten Welt. Ausschlaggebend für die weiteren Schritte war die Überzeugung, dass man in einem Raum, der für alle Landkreise jeweils eine „Randregion“ darstellt, nur gemeinsam etwas erreichen kann.

Dieser Prozess benötigt Zeit, ein gewisses Durchhaltevermögen und ein gemeinsames strategisches Fundament – ein Leitbild. Dieses wurde in einem etwa einjährigen Prozess unter Einbindung der Einschätzungen verschiedener Experten vor Ort, der Verwaltungen sowie der Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister erarbeitet und nun vorgestellt. Das Leitbild steht unter www.alte-welt.com für alle Interessierten zur Verfügung. Wichtig ist: Das Leitbild ist ein „lebendes Konzept“, Hinweise, Anregungen, Ideen etc. zu den Inhalten und darüber hinaus sind jederzeit herzlich willkommen und stärken die Initiative!

Was konkret ist das Leitbild? Das Leitbild arbeitet die gemeinsamen Merkmale und Chancen der Region heraus. Es liefert ein klares Bild über gemeinsame Bedarfe und Ziele sowie eine Sortierung, welche Themen und konkrete Handlungsansätze gemeinsam angegangen werden sollen.

Viele Schwächen des ländlichen Raums sind „vermeintliche Schwächen“, die ebenso gut auch als zu wenig wertgeschätzte Stärken und Potenziale bewertet werden können. Die Alte Welt vereint zahlreiche solcher Merkmale in sich, die teils erst auf den zweiten Blick als besondere „Pfunde“ erkannt und vermarktet werden können. Hierzu zählen die menschliche Nähe, die gelebte Nachbarschaft, die Bodenständigkeit und Verbindlichkeit der Menschen oder auch die Ursprünglichkeit, die Ruhe und der Freiraum, um nur einzelne Punkte zu nennen. Wie man diese und andere „Pfunde“ zum Nutzen der Region und ihrer Menschen, auch vor dem Hintergrund aktueller Trends „Pro Landleben“ aufgreifen kann und gleichzeitig tatsächliche Schwächen der Region (wie z.B. mangelhafte Infrastrukturen) verbessern kann, beschreibt das Leitbild.

Die Alte Welt kann als Region einen Gegenpol zur hektischen, „modernen“ Stadtwelt bieten. Dies gelingt jedoch nur, wenn die individuelle Erwartungshaltung und das spezifische Lebensmodell zu den Bedingungen und Entfaltungsmöglichkeiten passen. Ganz gleich, ob ein Mensch sich entscheidet in die Region zu ziehen oder hier als Gast Zeit zu verbringen – die Alte Welt hat viel zu bieten – keinesfalls jedoch für alle Ansprüche und für jeden Geschmack („die Alte Welt will jeden, der die Alte Welt will“). Das Leitbild gibt Beispiele für mögliche Lebensbilder wie z.B. Menschen, die für ihre Kinder oder sich selbst die Nähe zur Natur suchen, Liebhaber alter Bauernhöfe und großer Gärten, oder Menschen, die einen Beruf ausüben, der das – zumindest teilweise – Arbeiten von zuhause aus ermöglicht.

Wichtig dabei ist: Bei jeder Werbung für die Merkmale der eigenen Region gilt es, authentisch und „ehrlich“ zu bleiben – dies gilt ganz besonders für die Alte Welt, der Merkmale wie „Echtheit“ und „Verlässlichkeit“ glaubhaft zugeordnet werden.

Mit der Alte Welt Initiative der 5K bietet sich für die Alte Welt die Chance, diese Merkmale – besser als dies bis dato möglich war – sowohl nach innen als auch nach außen zu transportieren. Über die Kooperation der 5K und über das Erkennen und Bewusstwerden der eigenen, regionalen Stärken ist es möglich, Impulse für eine positive demografische und wirtschaftliche Entwicklung zu setzen. Alle Akteure der Region sind gefragt, sich in den weiteren Prozess einzubringen und den Nachbarn als „Partner“ zu sehen. Im Leitbild findet sich als zentrales Element das „Zukunftsbild 2035“ für die Alte-Welt, welches aus der Gesamtschau der Analyse für die Region am zielführendsten und tragfähigsten erscheint. Wesentliches Element dabei ist, dass sich die Region „treu bleibt“ und ihre eigenen Werte und Stärken für die Weiterentwicklung benutzt und nicht versucht, eine „neue Welt“ zu werden.

Die Leitbildentwicklung der Alte Welt Initiative zum Download finden Sie hier:

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