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08.07.2019

Vorfahre wirkte als kurpfälzischer Oberamtsverweser - Landkreis Kusel sichtet Lauterecker Henrich-Nachlass

(c) Archiv Henrich Lauterecken

Kusel / Lauterecken: Angeregt durch Lautereckens Schlosseinweihung im vergangenen Jahr wurden  in der Veldenzstadt historische Privatdokumente wiederentdeckt. Es handelt sich um Teile des bisher unbeachteten Nachlasses des früheren bay. Kommerzienrates Oskar Henrich (1860-1948) und seines Sohnes Dr. Theodor Henrich (1892-1976), der von 1946-1948 als Landrat im Kreis Kusel wirkte.

Das Material wurde von Oskar Henrichs Enkel, Klaus Henrich, freundlicherweise der Kreisverwaltung zur Sichtung und historischen Auswertung zur Verfügung gestellt. Kreismitarbeiter Jan Fickert hat die alten Papiere entschlüsselt und erhaltenswerte, auch regionalgeschichtlich bedeutende Dokumente entdeckt.

Ein früherer Schriftverkehr zeigt auf, dass es sich bei dem Familienzweig um direkte Nachkommen des im 18. Jh. im  Lauterecker Oberamtsgebäude („Schloss“) amtierenden kurpfälzischen Oberamtsverwesers Joseph Lehne handelt. Dieser war mit einer Hofsopranistin verheiratet und hatte direkte Verbindungen zum kurfürstlichen Hof in Mannheim.

Neben alten Fotos aus dem Archiv der Familien Henrich und Lehne handelt es sich u.a. um Dokumente zum lokalen Gerbereiwesen und der Lauterecker Steinwerke GmbH, zur Häusergeschichte, die Verleihungsurkunde des Kommerzienrates, die Doktorarbeit zur Hartsteinindustrie von Theodor Henrich und eine Sammlung umfangreicher genealogischer Daten. Ferner fanden sich darunter auch die ganze Pfalz betreffende Entnazifizierungsakten, die Klaus Henrich dem Landesarchiv Speyer überlassen möchte. Henrich ist dabei die Geschichte seiner Lehne-Vorfahren weiter zu ergründen, wobei ihn auch das Landesarchiv unterstützt.    

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